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Die Fachschaft Latein

Die Fachschaft Latein des DGK im Schuljahr 2016/17

 

(v.l.n.r.) StR Caroline Neumann; OStR Martin Gregori; StD Petra Todt; StD Katrin Berger

Fachbetreuerin (nicht auf dem Bild): StDin Trutz Marianne 

 

 

Warum Latein lernen?

 

Franz und Vroni im Gespräch mit Marcus Danuvius Callidus

 

F+V: Warum soll man überhaupt Latein lernen?

MDC: Mit Latein erschließt Ihr Euch den Zugang zu unserer abendländischen Bildung. Über Jahrhunderte hinweg wurde Latein in ganz Europa von den Gelehrten verstanden und gesprochen. Es war also die Sprache der Gebildeten. Auch in der Kirche war Latein die Sprache, die alle verstanden. Unser heutiges Rechtssystem beruht auf dem römischen Recht und und und... Ich könnte noch viele Beispiele bringen. Durch Latein bekommt Ihr eine breite und solide Allgemeinbildung. Außerdem ist Latein die Mutter aller romanischen Sprachen, also Grundlage z.B. von Spanisch, Italienisch und Französisch. Die lernt man viel leichter, wenn man Latein kann. Aber auch viele englische Wörter leiten sich aus dem Lateinischen her.

F+V: Ja, aber ist Latein denn nicht heute eine tote Sprache?

MDC: Tatsächlich sprechen heutzutage nur noch wenige Menschen fließend Latein, obwohl es noch immer die Amtssprache des Vatikanstaats ist. Aber dennoch begegnet es Euch täglich, z.B. wenn Ihr mit dem Omnibus (omnibus = für alle) in die Schule (schola = Schule) fahrt, dort den Direktor (director = einer, der leitet) trefft und schließlich Euer Abitur (abiturus = einer, der weggehen wird) macht. Und in Mathe multipliziert (multi = viele) und dividiert (dividere = teilen) ihr, lernt das Kommutativgesetz (Vertauschungsgesetz) und eine Tangente (Gerade, die in einem Punkt einen Kreis berührt) kennen, in Englisch macht ihr eine translation exercise (translatum = übersetzt, exercere = üben), in Geschichte lernt ihr etwas über die Weimarer Republik (res publica = der Staat), in Musik lernt ihr die Dur- und Molltonarten (durus heißt hart, mollis weich)kennen und in Chemie macht ihr quantitative (quantus = wie viele)und qualitative (qualis = wie beschaffen)Analysen von Stoffen.

F+V: Was bringt es überhaupt, Latein zu lernen?

MDC: Die lateinische Sprache schult das Denken und die Kombinatorik, indem es die konsequente Anwendung grammatikalischer Regeln fordert. Durch den Einblick in die Systematik dieser Sprache gewinnt man Einsicht in das Funktionieren von Sprache überhaupt. Der Lateinunterricht vermittelt einen sicheren Umgang mit der Grammatik und ihrer Terminologie. Dadurch lernt man  eine Menge für die deutsche Sprache, aber auch für Fremdsprachen.

F+V: Wozu brauche ich diese Sprache?

MDC: Das Latinum ist an vielen Universitäten immer noch Voraussetzung für etliche Studienfächer wie z.B. Geschichte, Theologie oder manche Fremdsprachen - und für die Zulassung zur Promotion in einer Reihe von geisteswissenschaftlichen Fächern. Auch für Medizin, Pharmazie oder Naturwissenschaften sind Lateinkenntnisse von großem Vorteil, weil die Fachsprachen sehr viele lateinische Begriffe beinhalten, so dass man die Fachbegriffe auf der ganzen Welt verstehen kann. Zwar kann man den Nachweis für die lateinischen Sprachkenntnisse an der Uni in zeitintensiven Zusatzkursen nachholen, der Kenntnisstand wird aber nicht mehr so gründlich sein wie bei der langsameren Heranführung in der Schule.

F+V: Was habe ich denn noch für Vorteile?

DC: Weil manchmal auch komplexere Sätze übersetzt werden, fördert man gleichzeitig auch seine Fähigkeit zu problemlösendem und kombinierendem Denken. Dabei werden auch Genauigkeit, Gründlichkeit, Geduld, Ausdauer und Konzentrationsvermögen geschult und die Ausdrucksfähigkeit im Deutschen gesteigert.

F+V: Ist Latein eigentlich schwer?

MDC: Wenn man regelmäßig Vokabeln und Grammatik lernt und konzentriert bei der Sache ist, dann wird man gute Ergebnisse haben. Wie bei allem, was man lernen will, muss man natürlich für den Erfolg auch etwas tun. Für manche Vokabeln braucht man vielleicht ein bisschen länger, bis man sie sich sicher merken kann, dafür ist der gebräuchliche Wortschatz im Vergleich zu den modernen Fremdsprachen überschaubarer und die Sprache ändert sich nicht mehr. So kommen auch nicht immer wieder neue Wortschöpfungen dazu.

F+V:Was wird am Donau-Gymnasium für die Lateinschüler noch angeboten?

MDC: Da werden neben dem Unterricht noch etliche Aktionen gemacht: Regelmäßig erkunden die Klassen das römische Regensburg, rudern mit dem Römerschiff auf der Naab und gehen in der 8. Klasse auf eine mehrtägige Limesfahrt entlang der Grenze des Römerreiches, die ja nur wenige hundert Meter vom DGK entfernt verlief! Und wenn in der Nähe interessante Ausstellungen sind, wird ein Besuch organisiert. Manche Klassen kochen auch auf römische Art und essen gemeinsam ihre Gerichte.

F+V: Was für Voraussetzungen brauchen wir denn, wenn wir Latein lernen wollen?

MDC: Am DGK könnte Ihr Latein übrigens nur als zweite Fremdsprache ab der 6. Klasse wählen. Überlegt Euch, ob Ihr Spaß daran habt zu knobeln und gern kombiniert. Latein ist eine systematische Sprache und daher gut für Leute, die gerne logisch denken und klare Regeln haben möchten. Das ist ein bisschen wie Legobauen. Man muss die einzelnen Bauteile der Wörter genau anschauen, um die richtige Übersetzung zu finden. Auch wenn Euch die Aussprache in den modernen Fremdsprachen schwer fällt, hat Latein den Vorteil, dass es nicht anders gesprochen als geschrieben wird und somit die Rechtschreibung nicht abgeprüft wird. Außerdem ist die Unterrichtssprache Deutsch, was manchen leichter fällt.Die Hauptarbeit im Lateinunterricht ist das Übersetzen vom Lateinischen ins Deutsche. Ihr werdet also im Lateinischen keine Aufsätze oder Diktate oder Ähnliches schreiben. Beim Vokabellernen können Euch Eure Eltern auch helfen, indem sie Euch regelmäßig abfragen. Das funktioniert ganz ohne Probleme, auch wenn die Eltern in der Schule kein Latein hatten.

F+V: Lieber Marcus, danke für dieses nette Gespräch.