Das P-Seminar „Barrierefrei durch Kelheim“ des Donau-Gymnasium empfing am Donnerstag, den 13.11.2025, besonderen Besuch: von Frau Huber-Schallner (3. Bürgermeisterin sowie Inklusions- und Behindertenbeauftragte der Stadt Abensberg) und von Frau Huber, (Inklusionsbeauftragte des Landkreises Kelheim). Die Seminarteilnehmer/innen erhielten einen tiefen Einblick sowohl in den Alltag einer Person mit Gehbehinderung, da Frau Huber-Schallner selber auf den Rollstuhl angewiesen ist, als auch in die konkrete Arbeit einer Inklusions- und Behindertenbeauftragten. Das war besonders hilfreich für unser Projekt, bei dem wir eine Website entwickeln, mit der wir die Barrierefreiheit von Kelheimer Geschäften, Lokalen und öffentlichen Orten erfassen und wiedergeben wollen.
Um die Bedeutung der Barrierefreiheit zu verstehen, ist es wichtig auch die Anzahl der Betroffenen zu kennen: In Deutschland leben aktuell etwa 7,9 Millionen Menschen mit Schwerbehindertenausweis, was etwa 9,3% der Gesamtbevölkerung entspricht. Dadurch wird klar, dass Barrierefreiheit kein Randthema unserer Gesellschaft, sondern für viele Menschen existenziell ist, um am öffentlichen Leben teilhaben zu können.
Während ihres Vortags machte Frau Huber deutlich, wie vielschichtig das Thema Behinderung eigentlich ist. Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Einschränkungen: körperlicher, geistiger oder seelischer Art. Außerdem ist jede Behinderung anders. Manchmal ist es weniger die Person, die beeinträchtigt ist, als die Umwelt, die nicht an ihre Bedürfnisse angepasst ist. Stufen, zu enge Türen, Bordsteinkanten oder das Fehlen von Gebärdensprache können den Alltag zu einer gewaltigen Hürde machen. Außerdem werden Behinderungen von Außenstehenden oft gar nicht wahrgenommen, obwohl diese das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigen.

Das Ziel von Frau Huber-Schallners Arbeit als Inklusions- und Behindertenbeauftragte ist es, die Barriere in den Köpfen der Menschen abzubauen. In ihrem Beruf berät sie Behörden, Bürger oder Privatpersonen mit dem Ziel den Menschen mit Behinderung Aufmerksamkeit zu schenken und Gebäude, Straßen oder Plätze so zu planen, dass sie bestmöglich für alle nutzbar sind. Hier ist ein großer Erfolg ein Kreisverkehr in Abensberg, der so umgebaut wurde, dass ihn nun auch Rollstuhlfahrer und Blinde gleichzeitig benutzen können, ohne den Autoverkehr zu beeinträchtigen. Ein häufig übersehenes Problem bei der Planung oder Sanierung von barrierefreien Gebäuden ist die oft vergessene behindertengerechte Toilette.
In einem Beitrag aus dem BR-Format „Wir in Bayern“ zeigte uns Frau Huber-Schallner, dass sie trotz ihrer körperlichen Einschränkung in der Lage ist, ein erfülltes Leben zu führen. Zusammen mit ihrem Ehemann und ihrem Kind unternimmt sie gerne Reisen an die Ostsee oder ist draußen unterwegs. Auch das Autofahren klappt mithilfe einer speziellen Handsteuerung, Quad fahren oder sportliche Betätigung auf ihrem Handbike machen ihr großen Spaß.
Für das P-Seminar war dieser Besuch sehr wertvoll und interessant, da er uns einen ganz neuen und authentischen Blickwinkel auf das Thema Behinderung ermöglichte. Mit diesen neu gewonnen Informationen werden wir nun daran arbeiten die Barrierefreiheit von Kelheim zu testen, um hoffentlich am Ende Personen mit Gehbehinderung einen schönen Aufenthalt in Kelheim ermöglichen zu können.
Vielen Dank an Frau Huber und Frau Huber-Schallner, die für uns ein neues Bewusstsein für körperliche Behinderungen geschaffen haben und täglich daran arbeiten die Barrieren in den Köpfen der Menschen abzubauen.
Jasmin Buddenberg (11C) und














