Shakespeare und das Whimpy Kid – Vorlesewettbewerb Englisch am DGK

Zugegeben: Einfach ist es nicht, während des hektischen Getriebes der Schule die Muße zu finden, die es für das Lesen und Zuhören braucht. Aber wenn, kaum Stille eingekehrt, die ersten Worte mit Inbrunst vorgetragen werden, dann wird sie geweckt, die Lust einem „Vortrag“ zu folgen. Denn die Textausschnitte wurden nicht nur vorgelesen, sondern vorgetragen, was Jury und Mitvorleser jedes Mal wieder in eine völlig neue Welt eintauchen ließ. Am 15. Mai erschienen Teenager in der Schülerbibliothek, denen dieser Ort nicht fremd ist, die nicht nur gut lesen können, sondern für ihr Leben gerne lesen und auch sehr genau beschreiben können, warum ihnen bestimmte Bücher gefallen. Diese zehn Kandidaten waren Dilara Sahin und Leopold Weißgerber (7a), Luca Esser und Julian Ziegler (7b), Gülsüm Lüleci und Roman Stecklein (7c), Eduard Provaznik und Constantin Renner (7d), Linda Baierl und Benjamin Neumann (7e).

Der erste Durchgang war die leichtere Übung. Die Schüler lasen ihren Konkurrenten und einer Jury, die aus den jeweiligen Englischlehrern und mir, als Organisatorin des Wettbewerbs bestand, mitgebrachte Ausschnitte aus Harry Potter, The Whimpy Kid, aus Shakespeare oder aus Literaturbeispielen des Schülerbuchs vor. Auch ein Sachtext war dabei: Roman Steckleins Auszug aus einem Buch übers Bogenschießen. In einem zweiten Durchgang folgte dann der ihnen unbekannte Text, eine Kurzgeschichte mit dem Titel „Finders Keepers“ von Frank Brennan. Danach gingen die Juroren in Klausur, um die drei Sieger zu ermitteln. Nicht einfach war das und wie Jiri Heidinger im Anschluss feststellte, hatte es sich die Jury auch „nicht leicht gemacht“. Ja, es wurde hitzig debattiert und schließlich demokratisch abgestimmt. Als erster Sieger wurde Julian Ziegler (7b) gekürt, zweiter Sieger wurde Dilara Sahin (7a) und auf Rang drei folgte Luca Esser (7b). Kriterien für die Wahl waren Aussprache, Modulation und Intonation. Und natürlich musste auch die dramatische Umsetzung zum Textinhalt passen.

Die Sieger von links nach rechts: Dilara Sahin (7a), Julian Ziegler (7b) und Luca Esser (7b).

Für uns Lehrer waren alle zehn Vorleser Sieger. Wir waren überrascht, wie „ernsthaft“ (Pinsker) die Schüler an den Wettbewerb herangegangen sind, wie „andächtig“ (Schmöller) das Schweigen der Mitkonkurrenten war.  Dass der Wettkampfgeist hoch war, zeigte nicht nur der Eifer der Vorleser, sondern auch die Unterstützung durch die Klassenkameraden. Die 7e wollte ihren Kandidaten gar nicht allein lassen und hatte ihm noch ein Motivationsposter gemalt.

Einsichtsvoll waren die Äußerungen der Schüler wie – „durch Lesen lernt man die Englisch-Wörter genauso wie im Unterricht, wenn nicht besser“ (Dilara), „ich lese viel und ich lese in fünf Sprachen“ (Gülsüm), „ich konnte schon vor der Grundschule Bücher lesen“ (Luca), „durch Lesen lernt man“ (Roman), „gemeinsam im Unterricht Bücher zu lesen wäre schön“ (Dilara) – Anstoß, unsere Unterrichtsplanung zu überdenken. Vielleicht klappt trotz Stofffülle mehr Lektüre im Unterricht.

Sabine Schmöller

Storytime mit Jim Wingate – Ein unvergesslicher Besuch am Donau-Gymnasium

Am 06.05.2025 war es endlich wieder so weit: Jim Wingate, der walisische Geschichtenerzähler, besuchte das Donau-Gymnasium – und wie immer war es ein voller Erfolg!

Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert, selbst Teil der Geschichten zu sein. Mit viel Humor und Fantasie entführte Jim sein Publikum in völlig unterschiedliche Welten: Sie wurden zu Mitgliedern einer verängstigten Mäusefamilie, sahen mit an, wie sich ein Vater in einen Fisch verwandelte, und schlossen in einer gruseligen Erzählung sogar einen Pakt mit dem Teufel. Die Geschichte für die 5. Klassen hatte es ebenfalls in sich: Eine Enkelin sollte das Haareschneiden lernen – leider mit katastrophalem Ergebnis. Einige „Kunden” verloren in der Geschichte sogar ein Ohr oder eine Nase.

Auch ernste und bewegende Themen kamen nicht zu kurz: So hörten die Kinder die Geschichte zweier Geschwister, die nach dem Tod der Mutter hart arbeiten mussten und beim Spielen die Zeit vergaßen, was sie später bereuen sollten – eine Geschichte, die ebenso berührte wie zum Nachdenken anregte.

Für besondere Unterhaltung sorgte auch die Beteiligung der Lehrkräfte. Herr Wittmann bewies wahres Schauspieltalent als Pfarrer – und er stand einem Profi wirklich in nichts nach. In einer der Erzählungen wurde er allerdings beim Friseurbesuch auf drastische Weise aus dem Leben befördert.

Wie immer ließ Jim Wingate keine Gelegenheit aus, Scherze mit den Schülerinnen und Schülern zu machen. Es wurde viel gelacht, besonders dann, wenn Schülerantworten auf unerwartete Weise verdreht oder humorvoll aufgegriffen wurden

. Am Ende durften die Kinder Jim ebenfalls Fragen stellen – eine Gelegenheit, die viele begeistert nutzten.

Die Schulstunde verging wie im Flug – gefüllt mit Spannung, Humor und voller englischer Sprache. Und das Beste: Viele Schülerinnen und Schüler waren erstaunt, wie gut sie den Geschichten folgen konnten – ganz ohne Übersetzung, und das teilweise nach wenigen Monaten Englischunterricht.

Wir danken Jim Wingate für diesen unterhaltsamen und lehrreichen Vormittag und freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen!

Dr. Nadine Meier für die Fachschaft Englisch

Great Britain – The Promised Land?

Am 26. März 2025 war es so weit: Das White Horse Theatre gastierte am Donau-Gymnasium und brachte das Stück „Promised Land“ auf die Bühne der Turnhalle. Für die Aufführung dieses bewegenden Stücks hatten sich die Acht- und Neuntklässler im vergangenen Schuljahr entschieden.

Bereits die Eröffnungsszene sorgt für Gänsehaut: Drei britische Jugendliche machen lautstark ihrem Unmut über die Einwanderungssituation Luft. Einen starken Kontrast dazu bildet die zweite Szene, in der sich Ravi vorstellt – ein Mädchen, das mit ihrer Mutter aus dem vom Krieg zerstörten Syrien geflüchtet ist. Ihr Vater wurde in der Heimat aufgrund seiner politischen Ansichten ermordet.

Ravi spricht kaum Englisch – ihre einzige Frage lautet: „How do you do?“ Sie stößt auf Ablehnung und Fremdenfeindlichkeit, doch ein engagierter Sozialarbeiter hilft ihr, ihre Mutter wiederzufinden sowie eine Aufenthaltsgenehmigung und eine Unterkunft zu erhalten.

Doch ihre Probleme sind damit nicht gelöst. Ravi lernt Englisch und beginnt zu verstehen, was ihre Mitmenschen über sie sagen. In ihrem heruntergekommenen Wohnviertel macht ihr die rassistische Gough Street Gang das Leben zur Hölle – bis sie eines Tages sogar brutal zusammengeschlagen wird.

War die mühsame Flucht nach England vergeblich? Ist Großbritannien doch nicht das „verheißene Land“, von dem Ravi geträumt hat? Doch dann geschieht etwas Unerwartetes: Felix, ein Mitglied der Gough Street Gang, entwickelt Mitleid und beginnt, Ravis Geschichte zu verstehen. Schritt für Schritt überzeugt er seine Freunde, Ravi eine Chance zu geben, und am Ende wird sie in ihrer neuen Heimat akzeptiert.

Nach der bewegenden Vorstellung nutzten viele Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, Fragen an die Schauspieler zu stellen. Das Gespräch verlief äußerst angenehm und wurde zunehmend lebhafter – ein Zeichen für das große Interesse am Leben und Arbeiten der Theatergruppe. Ein Schüler schloss die Fragerunde mit einem verschmitzten „How do you do?“ – eine Frage, die die Schauspieler mit einem Lächeln an das Publikum zurückgaben. Nach dieser gelungenen Aufführung ging es wohl allen gut, sowohl den Schülerinnen und Schülern als auch den Schauspielern. Ein herzliches Dankeschön an das White Horse Theatre für diese beeindruckende und lehrreiche Vorstellung, die unseren Schulalltag bereichert hat, sowie an den Verein der Freunde des DGK für die finanzielle Unterstützung!

Dr. Nadine Meier

USA Update 2024 – Battle for the White House

Am 17. Oktober 2024 war es wieder so weit: Dr. Hünemörder vom Amerikahaus München, der an der LMU in München Lehrbeauftragter für die Themen Verfassungs- und Rechtsgeschichte der USA ist, besuchte uns wie in jedem Herbst am DGK. Er informierte die 11. und 12. Jahrgangsstufe in diesem Jahr über die aktuelle politische Lage in den USA, die derzeitige Situation im Hinblick auf die Präsidentschaftswahlen sowie Themen, welche die amerikanischen Staatsbürger im Moment beschäftigen.

Wie mittlerweile sogar politikverdrossene Deutsche mitbekommen haben dürften, war der Sommer im Hinblick auf den US-Wahlkampf äußerst ereignisreich. Nach dem Attentat auf Donald Trump, infolgedessen er bereits vorab als Gewinner der bevorstehenden Wahl gehandelt wurde, ernannten die Demokraten aufgrund zunehmender Unzulänglichkeiten des amtierenden Präsidenten Joe Biden seine Vizepräsidentin Kamala Harris zur neuen Kandidatin der Demokraten.

Während die Democrats weiterhin Wähler in Großstädten sowie Menschen mit Migrationshintergrund in ländlichen Gegenden anziehen, besteht die Wählerschaft der Republicans überwiegend aus Weißen, die in Kleinstädten oder auf dem Land leben.

Dr. Hünemörder gibt an, dass es immer weniger Wähler in der politischen Mitte gibt, da die Mehrheit sich bereits für die eine oder andere Seite entschieden hat. Aus diesem Grund wird dieses Mal ein besonders knappes Kopf-an-Kopf-Rennen erwartet.

Zudem geht er auf die aktuelle Präsidentschaft von Joe Biden ein. Er werde wohl in keinem Geschichtsbuch als einer der herausragendsten Präsidenten der Vereinigten Staaten beschrieben werden und ist derzeit aufgrund der hohen Inflation, der schwierigen Einwanderungssituation sowie seines Gesundheitszustands und Alters äußerst unbeliebt.

Ein weiteres brisantes Thema ist das Recht auf Abtreibung. Bis 2022 war Abtreibung auf Grundlage einer Entscheidung des Supreme Court aus dem Jahr 1973 in allen US-Bundesstaaten legal. Nun werden die Gesetze zum Abtreibungsrecht in jedem Bundesstaat individuell geregelt. Durch ihre positive Einstellung zum Recht auf Abtreibung konnten die Demokraten bereits einige Wähler für sich gewinnen. Die Republikaner sind in dieser Frage gespalten, wodurch sich das Thema für Donald Trump besonders komplex gestaltet, da er diplomatisch agieren und seine Position je nach Bundesstaat anpassen muss. Generell vermeidet er es, sich direkt zu diesem Thema zu äußern.

Wie gewohnt peppt Herr Dr. Hünemörder auch in diesem Fall seinen Vortrag mit kurzen Clips aus Comedyshows und Cartoonserien auf. So zeigt er immer wieder Ausschnitte aus der Comedyshow Saturday Night Live, in der beispielsweise Comedian Dana Carvey Joe Biden bei einem Wahlkampfauftritt von Kamala Harris parodiert. Durch die Einbindung dieser kurzen Filme und Serienausschnitte schafft es Herr Dr. Hünemörder erneut, den Schülern die US-Politik und in diesem speziellen Fall den aktuellen Wahlkampf auf unterhaltsame Weise näherzubringen.

Im Hinblick auf den Ausgang der Wahl gibt Dr. Hünemörder zu, dass er keine Prognose abgeben kann. Auch die Amerikaner selbst wüssten es nicht. Er zeigt Umfragestatistiken, weist jedoch darauf hin, dass diese nicht aussagekräftig seien, da sie wenig über die Verteilung der Wahlmännerstimmen (Electoral Votes) aussagen und lediglich Hinweise auf die Einzelstimmen (Individual Votes) geben. Aufgrund der zunehmenden Polarisierung der USA wird die Wahl wohl auch in diesem Jahr erst sehr spät nach dem 5. November entschieden werden.

Er beendet seinen Vortrag mit einem weiteren Ausschnitt aus den Simpsons, dieses Mal aus der Halloween Treehouse of Horror-Folge, in der Homer Simpson die Wahl verschläft, obwohl seine Stimme den Ausgang hätte entscheiden können, was zu einem tragischen Verlauf der Geschichte führt.

Es war uns wie immer eine Ehre, Herrn Dr. Hünemörder bei uns begrüßen zu dürfen, und wir freuen uns bereits auf das nächste Jahr.

Dr. Nadine Meier für die Fachschaft Englisch