Ein Sommernachtstraum – frei nach William Shakespeare

Eine freie und humorvolle Inszenierung von „Ein Sommernachtstraum“ brachte die Theatergruppe der Oberstufe unter der Leitung von Frau Eckert und Herrn Marzahn in diesem Jahr zur Aufführung. Die beiden Vorstellungen waren sehr gut besucht und das Publikum zeigte sich begeistert. Das bekannte Werk von William Shakespeare wurde dabei bewusst modern interpretiert und mit zahlreichen ironischen Anspielungen auf die Vorlage versehen.

Die Schauspielerinnen und Schauspieler, alle aus den Jahrgangsstufen 11-13, zeigten eine tolle Leistung. Professionell in Szene gesetzt wurden sie von der hauseigenen AG Licht und Ton; die Maske übernahm Lehrerin Frau Lang und Kunsterzieherin Frau Settele hatte mit einem Team aus Schülerinnen ein wunderbar passendes Bühnenbild entworfen.

Eine besondere Rahmung erhielt die Aufführung durch die Figur der Regisseurin Frau Eckzahn, gespielt von Pauline Riedl, die als leicht exzentrische Spielleiterin durch das Geschehen führte. Mit viel Energie und einem Augenzwinkern versuchte sie, ihre Theatergruppe zusammenzuhalten und die Proben voranzubringen – was angesichts der chaotischen Entwicklungen auf der Bühne nicht immer reibungslos gelang und für zusätzliche komische Momente sorgte.

Im Mittelpunkt der eigentlichen Handlung stehen Herzog Theseus (Daniel Bugar) und seine künftige Gemahlin Hippolyta (Carolin Herbst), die zu ihrer Hochzeit am Hof in Athen einladen. Während die Vorbereitungen für das große Fest laufen, sorgt eine Gruppe von Handwerkern (Amalia Devesa, Maria Gruber, Jasmin Jusczyk, Mara-Sophie Klav und Carolin Konzok) für zusätzliche Unterhaltung: Sie proben das Stück „Pyramus und Thisbe“, das sie mit viel Charme, aber bewusst unprofessionell auf die Bühne bringen – zur großen Freude des Publikums.

Für weitere Verwicklungen sorgen zwei Liebespaare (Lenny Heunisch, Leonhard Neumeier, Lisa Stöckl, Franziska Weigl), die nach zahlreichen Irrungen und Wirrungen schließlich zueinanderfinden. Verantwortlich für das Chaos ist vor allem der schelmische Waldgeist Puck (Hannah Mehringer), dessen Eingriffe immer wieder für überraschende Wendungen und zahlreiche Lacher sorgen.

Neben den Ereignissen am Athener Herzogshof entführt das Stück auch in die geheimnisvolle Welt der Elfen. Besonders die amüsanten Auseinandersetzungen zwischen Oberon (Jacob Mühl) und Titania (Linnea Reiter) gewähren Einblicke in diese zauberhafte Sphäre und tragen zur lebendigen Gestaltung der Inszenierung bei.

Theater 5
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Während sich das Geschehen in der ursprünglichen Komödie schließlich zu einem klassischen Happy End fügt, eskaliert die Situation innerhalb der Theatergruppe zunehmend. Die ambitionierte Regisseurin Frau Eckzahn verliert mehr und mehr die Kontrolle über ihre Darsteller, sodass die Grenzen zwischen Spiel und Wirklichkeit auf humorvolle Weise verschwimmen. Gerade dieses augenzwinkernde Chaos bildet den gelungenen Abschluss der Aufführung und unterstreicht noch einmal die kreative und eigenständige Umsetzung des bekannten Stoffes.

Ulrike Eckert