
Der deutschlandweite Ehrentag zum 77. Geburtstag des Grundgesetzes am 23. Mai 2026 wurde vom Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier als ein bundesweiter Mitmachtag für Engagement und Ehrenamt ausgerufen. Eingebettet ist er in den Aktionszeitraum vom 16. bis zum 31. Mai, der im Landkreis Kelheim vom Landratsamt initiiert und koordiniert wird. Der Ehrentag ist für uns als Arbeitskreis Demokratie des Donau-Gymnasiums Kelheim unter der Leitung von Michaela Mallmann der Anlass, unser ehrenamtliches Tun und Wirken für unsere Schule und die Demokratie vor Ort und im Landkreis zusammenzufassen und für andere Schulen und Jugendgruppen als Anregung darzustellen. Nach so vielen Projekten und Erfolgen in den letzten Jahren ist der Arbeitskreis Demokratie überhaupt nicht mehr aus dem Schulalltag des Donau-Gymnasiums wegzudenken. Daher ist es jetzt auch Zeit, ein Resümee der letzten drei Jahre zu ziehen.
Grundsätzliches zum Arbeitskreis Demokratie

Der Arbeitskreis Demokratie ist ein Wahlkurs am Donau-Gymnasium, an dem Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 6 teilnehmen können, und existiert seit 2018. In jedem Schuljahr sind 25-30 Schülerinnen und Schüler aktiv. Entscheidungen werden streng basisdemokratisch getroffen. Die Projekte werden ausschließlich von den Schülerinnen und Schülern initiiert.
Die Ausstellung „Barriere:zonen“ von Handicap International

Schon im Schuljahr 2023/24 setzte der Arbeitskreis Demokratie ein Zeichen für Friedensarbeit und politische Bildung: Wir hatten die Ehre, den renommierten Kriegsreporter Till Mayer mit seiner bewegenden Ausstellung „Barriere:zonen“ von Handicap International bei uns begrüßen zu dürfen. In einem eindrucksvollen Vortrag vor dem AK Demokratie und der damaligen Q11 teilte Mayer mit uns seine persönlichen Erfahrungen aus Krisengebieten weltweit. Die Porträts von Kriegsverletzten und Menschen mit Behinderungen konfrontierten die Zuhörer und Besucher der Ausstellung mit den lebenslangen, grausamen Folgen von Konflikten. Wir erfuhren, dass ein glückliches und gewaltfreies Leben keine Selbstverständlichkeit ist und die Demokratie dieses durch den Schutz von Menschenrechten erst ermöglicht. Die Schülerinnen und Schüler des Arbeitskreises gaben ihr Wissen im Anschluss an den Vortrag an ihre Mitschülerinnen und Mitschüler weiter, indem sie diese klassenweise durch die Ausstellung führten. Die Zusammenarbeit mit Handicap International und Till Mayer war für uns und unsere Schule sehr bereichernd!
Die Stärkung der demokratischen Strukturen an der Schule
Um das Kernkonzept einer Demokratie fest an unserer Schule zu verankern, haben wir uns in den letzten Jahren stetig um direkte, geheime und faire Wahlen bemüht. Dazu haben wir mit dem Leitfaden zur KlassensprecherInnen-Wahl ein Konzept entwickelt, wie die Wahl gerecht durchzuführen ist. Dabei standen vor allem die Prinzipien einer demokratischen Wahl im Mittelpunkt: allgemein, direkt, frei, geheim, gleich. Dieses Konzept wird nun zu Beginn eines jeden Schuljahres bei den KlassensprecherInnen-Wahlen angewendet. Bestärkt von diesem Erfolg, haben wir auch die Wahl der SchülersprecherInnen reformiert, die jetzt direkt von allen Schülerinnen und Schülern gewählt werden. Die Umsetzung ist in Zusammenarbeit mit den Verbindungslehrkräften und der SMV erfolgt. Nachdem im letzten Schuljahr bereits die SchülersprecherInnen zum ersten Mal direkt gewählt wurden, ist es uns auch gelungen, den direkten Modus auch auf die Wahl der Verbindungslehrkräfte auszuweiten, die in diesem Schuljahr zum ersten Mal von allen Schülerinnen und Schülern gewählt wurden. Basierend auf den Rückmeldungen sind wir außerdem dabei, diese Leitfäden kontinuierlich zu optimieren.
Anlässlich dieser „großen“ Wahlen, die während der letzten Jahre an der Schule stattgefunden haben, waren viele Mitglieder des AK Demokratie außerdem aktiv an der Durchführung der Juniorwahl beteiligt. Dabei wurden unter der Leitung von Frau Pfau und Frau Zormeier Wahlunterlagen beschriftet, verteilt, das Wahlbüro beaufsichtigt und ausgezählt.
Unser außerschulisches Wirken und aktuelles Eintreten für die Demokratie
Als Zeichen für unsere mittlerweile sogar außerschulische Bedeutung lässt sich die Einladung zum Runden Tisch Migration des Landratsamts sehen, an dem einige Mitglieder weiteres Wissen sammeln und sich einbringen konnten.
Einen beachtlichen Erfolg im letzten Schuljahr stellte die Durchführung eines Kunstwettbewerbs im Zuge des Projekts „Einmischen“ dar. An dem in Kooperation mit dem Bündnis „Bunter Landkreis Kelheim“ organisierten Wettbewerb „Dein Bild, Deine Botschaft für die Demokratie“ nahmen SchülerInnen vom DGK, von der Eduard-Staudt-Schule Thaldorf und der Jakob-Ihrler-Schule Ihrlerstein teil. Durch die vielen Sponsoren konnten dann bei einer Ausstellung in der Kulturkantine in Kelheim zahlreiche Preise für die vielen guten Einreichungen aus den drei Schulen vergeben werden. Auch in den Schulen selbst wurden die Bilder anschließend wie auch im Weltladen Kelheim noch gezeigt. Dieser Wettbewerb soll spätestens im nächsten Schuljahr wiederaufgenommen werden, um Schülerinnen und Schüler aller Schulen für die Demokratie stark zu machen.

Für das außerordentliche Engagement unseres Arbeitskreises wurden wir gegen Ende des letzten Schuljahres zum Ehrenamtsempfang des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus nach München in die Residenz eingeladen.
Demokratie lebt vom Mitmachen: Auch in diesem Schuljahr gingen uns die Aktivitäten nicht aus. Schon kurz nach Beginn des Schuljahres konnte sich unser AK Demokratie im Bayerischen Rundfunk präsentieren, da sich Jule Eisenreich (9d) mit dem Thema „Was ist Demokratie?“ beim Projekt „young reporter“ des BR erfolgreich beworben hatte. So kam eine Fernsehjournalistin zu uns, um an einem typischen Treffen des AK Demokratie teilzunehmen und einige Interviews zu führen. Das resultierende Video thematisierte die Suche Jules nach einer Antwort auf die Frage ihrer young-reporter-Kollegin Maria aus München, was man im Alltag eigentlich unter Demokratie verstehen kann.
In Zusammenarbeit mit dem Jugendmigrationsdienst Kelheim und dem Landratsamt Kelheim agierten einige unserer Mitglieder zu Beginn dieses Schuljahres als Peer-Guides durch die Ausstellung YOUNIWORTH am Beruflichen Schulzentrum Kelheim. Unter dem Motto „Verstehen – Begegnen – Zusammenleben“ wurden Jugendliche aus unterschiedlichen Schulen aus dem Landkreis in sieben multimedialen Stationen mit Kurzfilmen, Mitmach-Spielen und einer Selfie-Aktion für das Thema Migration sensibilisiert. So haben auch wir als AK Demokratie einen Beitrag dazu geleistet, Vorurteile abzubauen und Dialog anzuregen.

Zudem hat eine Gruppe unseres Arbeitskreises einen Flyer mit dem Titel „Flugmodus für die Seele“ entwickelt, der am Donau-Gymnasium in den Klassen und an Elternabenden verteilt wird. Ausgangspunkt war eine Sachtextanalyse in der 10. Jahrgangsstufe zum Kommentar „Den Jungen kommt das Glück abhanden. Da hilft nur eines.“ der Wissenschaftsjournalistin Christina Berndt aus der Süddeutschen Zeitung. Die Verfasserinnen des Flyers setzten sich intensiv mit den Auswirkungen ständiger Online-Präsenz auseinander und entwickelten daraus konkrete Tipps und Anregungen für mehr bewusste und sinnstiftende Offline-Zeit. Der Flyer zeigt Schülerinnen und Schülern ab der Jahrgangsstufe 5 Wege auf, wie sie der digitalen Dauerbelastung entkommen und wieder mehr reale Begegnungen, Erfahrungen und Ausgleich im Alltag finden können. Besonders erfreulich war, dass sich Christina Berndt in ihrem Feedback zu dem ihr zugesendeten Flyer sehr berührt über den konstruktiven und kreativen Umgang mit ihrem Artikel zeigte, der etwas so Wertvolles am Gymnasium entstehen habe lassen. Gleichzeitig leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Demokratiebildung, denn wer aufmerksam, resilient und im echten Austausch mit anderen bleibt, stärkt die Gemeinschaft, das Mitgefühl und das demokratische Miteinander.
Ein weiteres Projekt dieses Schuljahres, dessen Durchführung (zu Redaktionsschluss) noch aussteht, ist ein Workshop in den Klassen der 10. Jahrgangsstufe für Demokratie und gegen Extremismus, der von uns in Zusammenarbeit mit Bernhard Walter von der Dominik-Brunner-Stiftung entwickelt wurde. Dieser thematisiert die Bedeutung der Menschenrechte und soll die Schülerinnen und Schüler des Donau-Gymnasiums dazu befähigen, gemeinsam extremistischen, menschenverachtenden und verfassungsfeindlichen Äußerungen entgegenzutreten. Mit Hilfe von Rollenspielen wird Sicherheit im Umgang mit extremistischen Äußerungen und Verhaltensweisen vermittelt. Zusätzlich werden die Hilfsangebote und Anlaufstellen an der Schule und darüber hinaus weitergegeben. In einem nächsten Schritt wird der Workshop für die Unterstufe angepasst. Der Schutz der Demokratie beginnt nicht in der 10. Jahrgangsstufe, sondern geht alle etwas an!
Angesichts unserer so erfolgreichen Geschichte ist es unser fester Entschluss, weiter für die Demokratie einzutreten! Für dich, für uns, für alle!
Für den Arbeitskreis Demokratie
Vincent Linhard, Simon Schertl mit Michaela Mallmann


