USA Update: Amerika im Zeichen des Umbruchs

Am 8. Oktober 2026 war Dr. Markus Hünemörder von der Ludwig-Maximilians-Universität München wieder zu Gast an unserer Schule. Sein Vortrag „America’s Great Disruption“ widmete sich der politischen Spaltung der USA und den Veränderungen unter Präsident Donald Trump.

Zu Beginn erklärte Dr. Hünemörder das US-Wahlsystem und ordnete Trumps knappen Wahlsieg von 2024 ein. Wahlkarten, auf denen große Flächen republikanisch erscheinen, könnten täuschen: Viele ländliche Regionen wählen republikanisch, während in den dicht besiedelten Städten häufig die Demokraten vorne liegen.

Anschließend sprach er über Trumps Umgang mit politischen Themen, staatlichen Institutionen und den Medien. Nach Dr. Hünemörders Einschätzung lenkten zugespitzte Aussagen oft von anderen Fragen ab. Zwar blieben die Gerichte eine wichtige unabhängige Kontrolle, doch die Trump-Regierung habe bereits erheblichen Einfluss auf Bereiche der Bundesverwaltung gewonnen. Auch die Pressefreiheit werde durch den politischen Druck auf Medienunternehmen auf die Probe gestellt. Als Beispiel nannte er die vorübergehende Absetzung der Late-Night-Show von Jimmy Kimmel, die nach öffentlicher Kritik wieder ins Programm aufgenommen wurde.

Ein weiterer Schwerpunkt war die Einwanderungspolitik. Dr. Hünemörder ging auf die geplanten Massendeportationen und den Ausbau der Einwanderungsbehörde ICE ein. Dabei thematisierte er auch die Kritik am Vorgehen der Behörde.

Ausschnitte aus „The Simpsons“, „South Park“ und „Saturday Night Live“ lockerten den Vortrag auf und zeigten, wie amerikanische Unterhaltungssendungen politische Entwicklungen satirisch kommentieren. So griff „South Park“ unter anderem die Umbenennung des Lake Ontario in „Lake America“ auf.

Mit Blick auf die Zwischenwahlen am 3. November erklärte Dr. Hünemörder, eine demokratische Mehrheit im Repräsentantenhaus könnte die Regierung stärker kontrollieren – etwa durch Untersuchungsausschüsse und Einfluss auf Haushaltsentscheidungen. Auch mögliche Kandidatinnen und Kandidaten für die nächste Präsidentschaftswahl kamen zur Sprache. Auf die Frage eines Schülers nannte Dr. Hünemörder Gretchen Whitmer als persönliche Vermutung, betonte aber, dass noch vieles offen sei.

In der Fragerunde erkundigten sich die Schülerinnen und Schüler außerdem nach Gerrymandering, der gezielten Neueinteilung von Wahlkreisen, und nach einer möglichen dritten Amtszeit Trumps. Dr. Hünemörder hielt eine solche Kandidatur für unwahrscheinlich und verwies auf die erheblichen rechtlichen Hürden.

Vielen Dank an Dr. Markus Hünemörder für den informativen Vortrag und an unsere Schülerinnen und Schüler für ihre durchdachten Fragen.

Dr. Nadine Meier für die Fachschaft Englisch