„Hi Jim!“ – Wiedersehen mit einem besonderen Geschichtenerzähler

Am 22.05.2026, dem letzten Tag vor den Pfingstferien, war es wieder so weit: Jim Wingate besuchte das Donau-Gymnasium und verzauberte die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klassen mit seinen schottisch-walisischen Geschichten.

Auch in diesem Jahr gelang es ihm mühelos, die Kinder in andere Welten zu entführen. Immer wieder staunen die Unterstufenschüler darüber, wie viel sie nach nur ein oder zwei Jahren Englischunterricht bereits verstehen – denn Jim erzählt seine Geschichten ausschließlich auf Englisch, und dennoch können die Schülerinnen und Schüler dem Geschehen problemlos folgen.

Mit seiner mitreißenden Art des Storytellings sorgte Jim erneut für beste Stimmung und begeisterte die Kinder nachhaltig für die englische Sprache.

Wie jedes Jahr durften die Schülerinnen und Schüler dabei selbst in verschiedene Rollen schlüpfen und die Figuren der Geschichten darstellen. So begegneten sie unter anderem einer strengen Großmutter und ihrem angelfreudigen Enkel Korbi, der so gewitzt war, dass er sogar einen Windadler besiegte.

Eine weitere Story handelte von einem König, der sich hartnäckig weigerte, sich zu waschen, weshalb sein treuer Diener allerlei Strapazen auf sich nehmen musste. Zudem erfand ein alter Mann dabei eher zufällig den Schuh.

Besonders turbulent wurde es in der Erzählung über einen Großvater, der für seine außergewöhnlichen Haarschneidekünste bekannt war. Seine Enkelin musste sich nach dessen Tod irgendwie durchschlagen, hatte dieses Talent aber leider nicht geerbt. Bei ihren Frisurenversuchen verloren mehrere Schüler Körperteile – Ohren wurden abgeschnitten, Frau Meier verlor ihre Nase und Herr Fruth sogar seinen Kopf. Am Ende gelang es der Enkelin jedoch, trotz ihrer mangelnden Fähigkeiten einen Geist zu überlisten. Dieser schenkte ihr nach einem Haarschnitt eine Kiste voller Gold, von der sie sich schließlich ein großes Haus kaufen konnte.

Für unsere Schule ist Jims Besuch jedes Jahr etwas Besonderes. Wie sehr die Schülerinnen und Schüler ihn und seine Geschichten schätzen, zeigt sich auch daran, dass selbst Neunt- und Zehntklässler ihm begeistert „Hi Jim, how are you?“ zurufen, wenn sie ihn wieder durch die Gänge des Donau-Gymnasiums laufen sehen.

So bleibt uns am Ende nur zu sagen:

„Goodbye, Jim – see you next year!“

 

Dr. Nadine Meier für die Fachschaft Englisch

Wir gestalten Demokratie an unserer Schule! Für Dich. Für uns: Ein Vorbild für andere Schulen?

 

Der deutschlandweite Ehrentag zum 77. Geburtstag des Grundgesetzes am 23. Mai 2026 wurde vom Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier als ein bundesweiter Mitmachtag für Engagement und Ehrenamt ausgerufen. Eingebettet ist er in den Aktionszeitraum vom 16. bis zum 31. Mai, der im Landkreis Kelheim vom Landratsamt initiiert und koordiniert wird. Der Ehrentag ist für uns als Arbeitskreis Demokratie des Donau-Gymnasiums Kelheim unter der Leitung von Michaela Mallmann der Anlass, unser ehrenamtliches Tun und Wirken für unsere Schule und die Demokratie vor Ort und im Landkreis zusammenzufassen und für andere Schulen und Jugendgruppen als Anregung darzustellen. Nach so vielen Projekten und Erfolgen in den letzten Jahren ist der Arbeitskreis Demokratie überhaupt nicht mehr aus dem Schulalltag des Donau-Gymnasiums wegzudenken. Daher ist es jetzt auch Zeit, ein Resümee der letzten drei Jahre zu ziehen.

Grundsätzliches zum Arbeitskreis Demokratie

Der Arbeitskreis Demokratie ist ein Wahlkurs am Donau-Gymnasium, an dem Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 6 teilnehmen können, und existiert seit 2018. In jedem Schuljahr sind 25-30 Schülerinnen und Schüler aktiv. Entscheidungen werden streng basisdemokratisch getroffen. Die Projekte werden ausschließlich von den Schülerinnen und Schülern initiiert.

Die Ausstellung „Barriere:zonen“ von Handicap International

Schon im Schuljahr 2023/24 setzte der Arbeitskreis Demokratie ein Zeichen für Friedensarbeit und politische Bildung: Wir hatten die Ehre, den renommierten Kriegsreporter Till Mayer mit seiner bewegenden Ausstellung „Barriere:zonen“ von Handicap International bei uns begrüßen zu dürfen. In einem eindrucksvollen Vortrag vor dem AK Demokratie und der damaligen Q11 teilte Mayer mit uns seine persönlichen Erfahrungen aus Krisengebieten weltweit. Die Porträts von Kriegsverletzten und Menschen mit Behinderungen konfrontierten die Zuhörer und Besucher der Ausstellung mit den lebenslangen, grausamen Folgen von Konflikten. Wir erfuhren, dass ein glückliches und gewaltfreies Leben keine Selbstverständlichkeit ist und die Demokratie dieses durch den Schutz von Menschenrechten erst ermöglicht. Die Schülerinnen und Schüler des Arbeitskreises gaben ihr Wissen im Anschluss an den Vortrag an ihre Mitschülerinnen und Mitschüler weiter, indem sie diese klassenweise durch die Ausstellung führten. Die Zusammenarbeit mit Handicap International und Till Mayer war für uns und unsere Schule sehr bereichernd!

Die Stärkung der demokratischen Strukturen an der Schule

Um das Kernkonzept einer Demokratie fest an unserer Schule zu verankern, haben wir uns in den letzten Jahren stetig um direkte, geheime und faire Wahlen bemüht. Dazu haben wir mit dem Leitfaden zur KlassensprecherInnen-Wahl ein Konzept entwickelt, wie die Wahl gerecht durchzuführen ist. Dabei standen vor allem die Prinzipien einer demokratischen Wahl im Mittelpunkt: allgemein, direkt, frei, geheim, gleich. Dieses Konzept wird nun zu Beginn eines jeden Schuljahres bei den KlassensprecherInnen-Wahlen angewendet. Bestärkt von diesem Erfolg, haben wir auch die Wahl der SchülersprecherInnen reformiert, die jetzt direkt von allen Schülerinnen und Schülern gewählt werden. Die Umsetzung ist in Zusammenarbeit mit den Verbindungslehrkräften und der SMV erfolgt. Nachdem im letzten Schuljahr bereits die SchülersprecherInnen zum ersten Mal direkt gewählt wurden, ist es uns auch gelungen, den direkten Modus auch auf die Wahl der Verbindungslehrkräfte auszuweiten, die in diesem Schuljahr zum ersten Mal von allen Schülerinnen und Schülern gewählt wurden. Basierend auf den Rückmeldungen sind wir außerdem dabei, diese Leitfäden kontinuierlich zu optimieren.

Anlässlich dieser „großen“ Wahlen, die während der letzten Jahre an der Schule stattgefunden haben, waren viele Mitglieder des AK Demokratie außerdem aktiv an der Durchführung der Juniorwahl beteiligt. Dabei wurden unter der Leitung von Frau Pfau und Frau Zormeier Wahlunterlagen beschriftet, verteilt, das Wahlbüro beaufsichtigt und ausgezählt.

Unser außerschulisches Wirken und aktuelles Eintreten für die Demokratie

Als Zeichen für unsere mittlerweile sogar außerschulische Bedeutung lässt sich die Einladung zum Runden Tisch Migration des Landratsamts sehen, an dem einige Mitglieder weiteres Wissen sammeln und sich einbringen konnten.

Einen beachtlichen Erfolg im letzten Schuljahr stellte die Durchführung eines Kunstwettbewerbs im Zuge des Projekts „Einmischen“ dar. An dem in Kooperation mit dem Bündnis „Bunter Landkreis Kelheim“ organisierten Wettbewerb „Dein Bild, Deine Botschaft für die Demokratie“ nahmen SchülerInnen vom DGK, von der Eduard-Staudt-Schule Thaldorf und der Jakob-Ihrler-Schule Ihrlerstein teil. Durch die vielen Sponsoren konnten dann bei einer Ausstellung in der Kulturkantine in Kelheim zahlreiche Preise für die vielen guten Einreichungen aus den drei Schulen vergeben werden. Auch in den Schulen selbst wurden die Bilder anschließend wie auch im Weltladen Kelheim noch gezeigt. Dieser Wettbewerb soll spätestens im nächsten Schuljahr wiederaufgenommen werden, um Schülerinnen und Schüler aller Schulen für die Demokratie stark zu machen.

Für das außerordentliche Engagement unseres Arbeitskreises wurden wir gegen Ende des letzten Schuljahres zum Ehrenamtsempfang des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus nach München in die Residenz eingeladen.

Demokratie lebt vom Mitmachen: Auch in diesem Schuljahr gingen uns die Aktivitäten nicht aus. Schon kurz nach Beginn des Schuljahres konnte sich unser AK Demokratie im Bayerischen Rundfunk präsentieren, da sich Jule Eisenreich (9d) mit dem Thema „Was ist Demokratie?“ beim Projekt „young reporter“ des BR erfolgreich beworben hatte. So kam eine Fernsehjournalistin zu uns, um an einem typischen Treffen des AK Demokratie teilzunehmen und einige Interviews zu führen. Das resultierende Video thematisierte die Suche Jules nach einer Antwort auf die Frage ihrer young-reporter-Kollegin Maria aus München, was man im Alltag eigentlich unter Demokratie verstehen kann.

In Zusammenarbeit mit dem Jugendmigrationsdienst Kelheim und dem Landratsamt Kelheim agierten einige unserer Mitglieder zu Beginn dieses Schuljahres als Peer-Guides durch die Ausstellung YOUNIWORTH am Beruflichen Schulzentrum Kelheim. Unter dem Motto „Verstehen – Begegnen – Zusammenleben“ wurden Jugendliche aus unterschiedlichen Schulen aus dem Landkreis in sieben multimedialen Stationen mit Kurzfilmen, Mitmach-Spielen und einer Selfie-Aktion für das Thema Migration sensibilisiert. So haben auch wir als AK Demokratie einen Beitrag dazu geleistet, Vorurteile abzubauen und Dialog anzuregen.

Zudem hat eine Gruppe unseres Arbeitskreises einen Flyer mit dem Titel „Flugmodus für die Seele“ entwickelt, der am Donau-Gymnasium in den Klassen und an Elternabenden verteilt wird. Ausgangspunkt war eine Sachtextanalyse in der 10. Jahrgangsstufe zum Kommentar „Den Jungen kommt das Glück abhanden. Da hilft nur eines.“ der Wissenschaftsjournalistin Christina Berndt aus der Süddeutschen Zeitung. Die Verfasserinnen des Flyers setzten sich intensiv mit den Auswirkungen ständiger Online-Präsenz auseinander und entwickelten daraus konkrete Tipps und Anregungen für mehr bewusste und sinnstiftende Offline-Zeit. Der Flyer zeigt Schülerinnen und Schülern ab der Jahrgangsstufe 5 Wege auf, wie sie der digitalen Dauerbelastung entkommen und wieder mehr reale Begegnungen, Erfahrungen und Ausgleich im Alltag finden können. Besonders erfreulich war, dass sich Christina Berndt in ihrem Feedback zu dem ihr zugesendeten Flyer sehr berührt über den konstruktiven und kreativen Umgang mit ihrem Artikel zeigte, der etwas so Wertvolles am Gymnasium entstehen habe lassen. Gleichzeitig leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Demokratiebildung, denn wer aufmerksam, resilient und im echten Austausch mit anderen bleibt, stärkt die Gemeinschaft, das Mitgefühl und das demokratische Miteinander.

Flugmodus für die Seele

Ein weiteres Projekt dieses Schuljahres, dessen Durchführung (zu Redaktionsschluss) noch aussteht, ist ein Workshop in den Klassen der 10. Jahrgangsstufe für Demokratie und gegen Extremismus, der von uns in Zusammenarbeit mit Bernhard Walter von der Dominik-Brunner-Stiftung entwickelt wurde. Dieser thematisiert die Bedeutung der Menschenrechte und soll die Schülerinnen und Schüler des Donau-Gymnasiums dazu befähigen, gemeinsam extremistischen, menschenverachtenden und verfassungsfeindlichen Äußerungen entgegenzutreten. Mit Hilfe von Rollenspielen wird Sicherheit im Umgang mit extremistischen Äußerungen und Verhaltensweisen vermittelt. Zusätzlich werden die Hilfsangebote und Anlaufstellen an der Schule und darüber hinaus weitergegeben. In einem nächsten Schritt wird der Workshop für die Unterstufe angepasst. Der Schutz der Demokratie beginnt nicht in der 10. Jahrgangsstufe, sondern geht alle etwas an!

Angesichts unserer so erfolgreichen Geschichte ist es unser fester Entschluss, weiter für die Demokratie einzutreten! Für dich, für uns, für alle!

Für den Arbeitskreis Demokratie
Vincent Linhard, Simon Schertl mit Michaela Mallmann

Vortrag über Migration, Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg

Einen besonderen Einblick in die Geschichte der Nachkriegszeit erhielten die Schülerinnen und Schüler der 11. Klassen bei einem Vortrag von Professor Brunnbauer vom Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung (IOS), der am 7.5.2026 in der Aula des Donau-Gymnasiums Kelheim stattfand. In einer eineinhalbstündigen Veranstaltung widmete sich der Referent dabei dem Thema „Migration, Flucht und Vertreibung am Ende des Zweiten Weltkrieges“ und beleuchtete dabei historische Hintergründe ebenso wie die langfristigen Folgen für Bayern, aber auch Deutschland und Europa.

Zu Beginn machte Professor Brunnbauer eindrucksvoll die Verbindung von historischen Fakten mit persönlichen Schicksalen und konkreten Beispielen aus Ost- und Südosteuropa deutlich, indem er durch eine Umfrage unter den Anwesenden zeigte, dass doch einige Schülerinnen und Schüler am DGK Vorfahren haben, die vor allem aus Osteuropa am Ende des Zweiten Weltkrieges flüchten mussten bzw. zwangsumgesiedelt wurden. Durch die Einspielung von Zeitzeugen-Interviews wurden die blanken Fakten zusätzlich emotionalisiert.

Im Mittelpunkt des Vortrags standen anschließend die gewaltigen Flüchtlings- und Migrationsbewegungen, die das Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 mit sich brachte. Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen, wurden vertrieben oder suchten in den Wirren der Nachkriegsmonate Schutz und eine neue Lebensperspektive. Professor Brunnbauer erklärte dabei anschaulich und umfangreich die politischen, gesellschaftlichen und menschlichen Dimensionen dieser Entwicklungen und zeigte auf, wie stark doch die Geschichte Europas und auch die von Kelheim bis heute davon geprägt ist.

Im Anschluss an den Vortrag hatten die Jugendlich dann noch die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit dem Referenten ins Gespräch zu kommen. Dabei konnten einige historische Zusammenhänge sowie Auswirkungen von Migration und Flucht auf die Gesellschaften damals wie heute präzisiert und vertieft werden.

Die Fachschaft Geschichte unter Leitung von StD Stefan Urbansky bedankt sich herzlich bei Professor Brunnbauer für den informativen Vortrag für die 11. Jahrgangsstufe des Donau-Gymnasiums Kelheim und hofft auf eine Wiederholung dieser Veranstaltung im nächsten Schuljahr.

Nicole Scholz für die Fachschaft Geschichte

Erfolg beim Lesewettbewerb der deutsch-französischen Gesellschaft in Regensburg

Das Donau-Gymnasium Kelheim durfte dieses Jahr am Lesewettbewerb der deutsch-französischen Gesellschaft in Regensburg teilnehmen. Dieser Wettbewerb findet seit vielen Jahren für Gymnasien und Realschulen statt. Zwei Schülerinnen aus der Klasse 8c (3. Lernjahr) stellten sich dieser besonderen Herausforderung: Veronica Ivanica und Ronja Neugebauer.

Beide wählten selbstständig eine Passage aus zwei Romanen aus: „Oscar et la dame rose“ von Eric-Emmanuel Schmitt und „Un corbeau dans la classe“ von Isabelle Darras.

Beide Schülerinnen bestanden mit ihren sorgfältig vorbereiteten Texten die erste Runde und qualifizierten sich dadurch für die 2. Runde, in der ein unbekannter Text vorgelesen werden musste. In dieser Runde konnte Veronica Ivanica wiederum mit ihrem flüssigen und ausdrucksstarken Vortrag die Jury, bestehend aus zwei Französinnen, überzeugen und gewann den dritten Preis des Lesewettbewerbs in ihrer Altersgruppe. Sie wurde mit einem Buchpreis geehrt.

Die Französischlehrerin Silvia Furch und die gesamte Fachschaft Französisch gratulieren zu diesem Erfolg ganz herzlich!

 

Text und Bild: Silvia Furch

Amigos para siempre: Unsere Reise in den Süden Spaniens

Schule einmal anders: Vom 17. bis 23. April 2026 verwandelte sich der Unterrichtsalltag für 20 Schülerinnen und Schüler des Donau-Gymnasiums in ein andalusisches Abenteuer. Begleitet von den Lehrkräften Maria Brems und Dr. Nadine Meier reisten die Teilnehmenden aus der 9. und 10. Klasse im Rahmen des Erasmus+-Programms nach Sevilla. Nachdem bereits im November spanische Gäste in Kelheim begrüßt wurden, war die Freude über das Wiedersehen am IES Nervión riesig. Dank reibungsloser Anreise trotz Streikrisiken stand dem großen Abenteuer nichts im Wege und der Direktor des IES Nervión sowie einige Lehrkräfte und Schüler begrüßten uns am Freitagnachmittag herzlich mit einem gemeinsamen Almuerzo, einem typisch spanischen Mittagessen mit Tapas, bevor es zu den Gastfamilien ging.

Einblicke in den andalusischen Lebensrhythmus prägten unseren Aufenthalt in Sevilla. Dass die Spanier so spät abends noch draußen unterwegs sind und das Abendessen erst um 22 oder 23 Uhr stattfindet, überraschte einige Schüler sehr. Auch der Kontrast zwischen dem pulsierenden, engen Großstadtleben in Sevilla und der ländlichen Weite der Heimat war ein häufiges Gesprächsthema. Doch das Klima mit strahlendem Sonnenschein und 30°C entschädigte für jede Umstellung.

Vertiefte Eindrücke konnten die Jugendlichen am Wochenende sammeln. Die Zeit in den Gastfamilien war geprägt von Ausflügen zu den historischen Sehenswürdigkeiten Sevillas, Besuchen im Fußballstadion des FC Sevilla und Fahrten an die Küste. Das Meer bot trotz kühler Temperaturen eine willkommene Erfrischung, und die gemeinsame Verkostung lokaler Tapas-Spezialitäten stärkte den Zusammenhalt innerhalb der Familien. Generell schwärmten die deutschen Schüler von der Herzlichkeit ihrer Gastfamilien und dem besonderen Lebensgefühl.

Innovative Technik stand im Fokus des Erasmus-Projekts, das am Montag fortgeführt wurde. Passend zum Thema „Industry, Innovation and Infrastructure“ besuchten die deutschen und spanischen Schüler den Militärluftwaffenstützpunkt Morón de la Frontera. Ein besonderer Höhepunkt war der Vortrag eines deutschen Piloten, der Soldaten für den Eurofighter ausbildet, was tiefe Einblicke in die Technik und den operativen Alltag bot.

Lebendige Kultur und Teamgeist kamen am Dienstag bei einem Surfkurs am Strand von El Palmar nicht zu kurz – für die meisten Schüler war er das Highlight des Austauschs schlechthin. Die Begeisterung im Wasser war groß, ebenso wie das Interesse bei der anschließenden Tour durch die historische Hafenstadt Cádiz, welche die Schüler in Kleingruppen anhand eines Quiz erkundeten.

Leichtigkeit und Festfreude bestimmten den Mittwoch, da aufgrund der Feria de Abril schulfrei war. Gemeinsam mit den Gastfamilien verbrachten die deutschen Schüler Zeit in den traditionellen Casetas (kleinen Festzelten), tanzten Sevillanas und wagten sich in die Calle del Infierno („Straße der Hölle“) zu den Fahrgeschäften. Einige unserer Schülerinnen trugen dabei die typischen, prächtigen Flamenco-Kleider. Diese Momente zeigten einmal mehr, wie Musik und Freude sprachliche Grenzen mühelos überbrücken und Kultur hautnah erlebbar machen.

Abschied nehmen fiel nach dieser intensiven Woche allen Beteiligten schwer. Die während des Austauschs entstandenen Freundschaften waren so eng, dass der Abschied am Donnerstagmorgen äußerst emotional und teilweise tränenreich verlief. Um viele neue Erfahrungen reicher und mit jeder Menge Sonne im Gepäck kehrte die Gruppe wohlbehalten nach Kelheim zurück – ein Austausch, der nicht nur den Horizont erweitert hat, sondern den Grundstein für echte Freundschaften legte: Amigos para siempre.

Dr. Nadine Meier für die Fachschaft Spanisch