Erfahrungsbericht Kolumbien

„Mein Name ist Christina Schneider und ich habe letztes Jahr mein Abitur am Donau-Gymnasium in Kelheim gemacht, unter anderem Spanisch mündlich. Seit ein paar Wochen lebe ich nun auf einer kleinen Insel namens Tierra Bomba in Kolumbien und leiste hier Freiwilligenarbeit. Lateinamerika interessiert mich schon seit langer Zeit, und da ich auch die spanische Sprache liebe, wollte ich nach der Schule unbedingt ein Work & Travel machen. Ich arbeite hier für eine Organisation, die die Kinder und Jugendlichen der Insel bei ihrer Entwicklung und ihrem Zugang zur Bildung unterstützt.

Leider leben hier viele in Armut und somit hat nicht jedes Kind die Möglichkeit, regelmäßig in die Schule zu gehen. Ihnen werden deshalb Schuluniform und Bücher gesponsert und zudem bieten wir kreative Workshops und Unterrichtsstunden an. Beispielsweise gibt es Kunstklassen, bei denen ausschließlich Recycling-Materialien benutzt werden. Da die Insel auch ein großes Müllproblem hat, legt man viel Wert darauf, die Kinder zu nachhaltigem Denken anzuregen. Oft gibt es auch größere Events wie sogenannte Beach Clean-Ups. Generell ist man hier aber stets sehr offen für Neues und jeder Freiwillige kann seine eigenen Ideen miteinbringen. So habe ich beispielsweise eine Backstunde organisiert und mit den Kindern Cookies gebacken. Am Wochenende findet der Surfunterricht in der nahe gelegenen Stadt Cartagena de Indias statt. Cartagena ist eine wunderschöne Kolonialstadt, in der ich auch gerne viel meiner Freizeit verbringe. Ich wohne gemeinsam mit den anderen Volunteers auf dem Projektgelände, wo wir auch immer zusammen kochen. Ich hatte das Glück, für einige Wochen mit zwei Studenten aus Bogotá hier zu sein und konnte von ihnen richtig gut die kolumbianische Küche lernen. Man trifft hier aber auf Leute aus der ganzen Welt. Ich bin total fasziniert von der Kultur Kolumbiens. Die Menschen sind so freundlich und aufgeschlossen und man kann echt schnell neue Kontakte knüpfen. Das Leben ist total anders als in Deutschland und es gibt Vieles, an das man sich erstmal gewöhnen muss, aber ich kann es jedem nur empfehlen, diese Erfahrung zu machen. Mir macht die Arbeit mit den Kindern großen Spaß und sie sind mir bereits sehr ans Herz gewachsen. Trotz der teilweise schweren Umstände, in denen sie hier leben, wirken sie auf mich stets fröhlich und voller Energie, Neues zu lernen. Außerdem, so finde ich, kann man mit den Kindern selbst sehr gut die Sprache üben und lernen. Ich bin froh über alles, was ich hier bereits lernen und erleben durfte und freue mich schon auf mein nächstes Abenteuer in Costa Rica.“

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Liebe Christina, ich habe mich sehr gefreut, dass du dich aus Kolumbien gemeldet hast und bereit warst, für die Homepage deiner ehemaligen Schule deine Erfahrungen aufzuschreiben. Das Foto mit den Kindern, die etwas aus Recycling-Material gebastelt haben, gefällt mir sehr gut. Trotz der Maske habe ich dich gleich (oben links) erkannt!

Ich wünsche dir alles Gute für deine nächste Station in Costa Rica!

Deine ehemalige Spanischlehrerin Inge Auburger