Am Dienstag, den 28.03.2023, besuchten die 9. Klassen des Donau-Gymnasiums Kelheim die jüdische Synagoge in Regensburg. An der Synagoge angekommen, empfing uns der Rabbi, Benjamin Kochan, ein jüdischer Gelehrter.
Unsere Exkursion begann mit einer Führung durch das Gebäude, bei der uns die Geschichte der Synagoge und ihre Bedeutung für die jüdische Gemeinde nähergebracht wurde.
So erfuhren wir, dass Menschen jüdischer Religionszugehörigkeit seit ca. 1500 Jahren in Regensburg leben. Deren Synagoge wurde beim Novemberpogrom im Jahr 1938 aber zerstört. Sie wurde wieder aufgebaut und im Jahre 2019 eingeweiht. Die Neue Synagoge ist somit ein Ort des Gebets, der Gemeinschaft und der kulturellen Identität für die jüdische Gemeinde.
Der Rabbi informierte uns zudem über verschiedenste Dinge, die in jüdischen Gottesdiensten wichtig sind. So erzählte er von bestimmten ,,Regeln’’, wie zum Beispiel der Trennung von Männern und Frauen beim Gebet oder der Plicht für Männer, während des Gottesdienstes eine Kippa, eine kleine Kopfbedeckung, zu tragen.
Der Rabbi erklärte uns, dass es in jeder Synagoge einen Schrein (Schrank) mit Thorarollen gibt. Dieser Schrein ist meist sehr aufwendig gestaltet und schön verziert. Aus der Thora, der wichtigsten Schrift im Judentum, wird an Feiertagen und an jedem Schabbat-Gottesdienst auf Hebräisch vorgelesen. Hebräisch ist die Sprache, die in jüdischen Gottesdiensten größtenteils gesprochen wird. Nach der Zerstreuung der Juden in die ganze Welt wurde überall eine andere Sprache gesprochen. Nach einiger Zeit einigte man sich aber auf Hebräisch als einheitliche Sprache. Sehr erstaunt hat uns, dass eine Thorarolle auf einem jüdischen Friedhof beerdigt wird, falls sie beschädigt wird. Als beschädigt gilt sie, wenn ein kleines Kind die Schrift nicht mehr lesen kann.
Anschließend zeigte uns der Rabbi noch einen Chanukka-Leuchter und erklärte uns, welche Bedeutung der meist achtarmige Leuchter hat. Chanukka oder auch Lichterfest genannt ist ein jüdisches Fest, welches jährlich gefeiert wird und an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem erinnert.
Der Ausflug zur Neuen Synagoge in Regensburg war eine sehr interessante und lehrreiche Erfahrung, die uns Schülerinnen und Schülern gezeigt hat, wie wichtig es ist, die Geschichte und Kultur anderer Religionsgemeinschaften zu verstehen und zu respektieren. Wir alle haben nun eine genauere Vorstellung vom jüdischen Glauben.
Maxi Hellus (9b) und Noah Wenzel-Goetz (9c)