Hello, I’m Jim – Englisch zum Mitmachen

Jim Wingate am Dienstag, 13. November, zu Gast am Donau-Gymnasium

Ein Blick in die lachenden Gesichter sagt alles: So unterhaltsam kann Schule sein! Auf sehr lebendige Weise durften Schülerinnen und Schüler der sechsten und achten Jahrgangsstufen Englischunterricht  erleben. Der gelernte Schauspieler und studierte Pädagoge Jim Wingate zog alle Register, um seinen jungen Zuschauern die Sprache und Kultur seines Landes näher zu bringen.

Verständnisprobleme gibt es keine: Wingates Geschichten sind stets der jeweiligen Altersstufe angepasst, auch unbekannte Wörter werden im Zusammenhang verstanden. Mit ausgeprägter Mimik und Gestik und vollem Körpereinsatz begeistert das schottisch-walisische Energiebündel sein junges Publikum. Persönlich begrüßt er jeden einzelnen seiner Zuschauer mit „Hello, I’m Jim!“ und nimmt ihnen die Scheu vor dem Kontakt mit einem native speaker. Genauso herzlich werden sie am Ende auch wieder verabschiedet.

Eigentlich ist Herr Wingate in Schottland geboren und aufgewachsen, aber er lebt schon lange in einem kleinen Bergdorf in Wales, spricht walisisch und hat walisischen Nationalstolz entwickelt. Die Geschichten, die er vorträgt, sind rein mündlich überliefert und entstammen traditionellen Sagen und Legenden. Den Vorschlag, ob er nicht einmal eine Geschichte erzählen möchte, die unsere Schüler für ihn schreiben und ihm zuschicken, lehnt er ab mit der Begründung: „I can’t tell a story that has been written down.“ Schade, denkt sich da die Englischlehrerin, die so ein Projekt gerne durchgeführt hätte. Dafür bietet er sich als Juror in einem Wettbewerb zum Geschichtenschreiben an. Wir dürfen ihm Geschichten zuschicken, die er dann bewertet und kommentiert. Na, das wäre doch auch etwas!

Schauplatz einer seiner spannenden Geschichten ist das schottische Internat, in dem er zu seiner Schulzeit wohnte. Es geht um einen Mann, der sich für schlau genug hält, einen Deal mit dem Teufel zu machen. Er baut extra ein rundes Haus (Wingate deutet auf ein mitgebrachtes Foto von eben diesem Haus), da der Teufel seine Opfer angeblich nur in einer Ecke fangen kann. Doch den Teufel kann man nicht austricksen  und er holt sich am Ende doch die versprochene Belohnung. Nicht einmal der Pfarrer kann den Teufel abwehren (die anwesende Biologie-Kollegin mutiert in Windeseile zum Pfarrer und zeigt vollen Einsatz). Jim schwört, dass er als Schüler nachts im Wald dem Geist des Ermordeten selbst begegnet ist. So anschaulich, wie er dies erzählt, kann man es sich lebhaft vorstellen.

 Um seine Gestalten zum Leben zu erwecken, lässt Herr Wingate die Zuschauer zu Akteuren werden, die zu Landkarten, Königen, klugen Farmerstöchtern oder Pferden und Kühen deklariert werden, und konfrontiert sie mit Grundthemen des Lebens auf höchst amüsante Art. Neue Ideen sammelt er von anderen Storytellern auf der ganzen Welt. Vor kurzem war er in Peru, berichtet er, und hat dort Kindern seine Geschichten erzählt.

Ganz am Schluss wird Jim noch herzlich von einer Q 12–Schülerin begrüßt, die ihn durchs Fenster erspäht und erkannt hat. „I just wanted to say hello,“ sagt sie strahlend. Jim freut sich offensichtlich über die spontane Sympathieäußerung – seit 2011 ist er an unserer Schule ein gern gesehener Gast.

Text und Fotos: Inge Kronfeldner