Kochen und Speisen wie in der Antike
Ende April stand für den Q11-Kurs Latein und das P-Seminar Latein der Q11 (Römer in der Grundschule) ein Leckerbissen im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Programm. Wir durften in den Hauswirtschafträumen der Wittelsbacher Mittelschule zusammen mit Frau Leipold und Herrn Prof. Dr. Waldherr von der Agentur Cultheca kochen wie die Römer.
Wie kam es zu dieser Idee? Im zweiten Halbjahr der Q11 steht in Latein die Lektüre der cena Trimalchionis auf dem Programm, bei der die Schüler Einblick in ein römisches Gastmahl des Neureichen Trimalchio erhalten. Das P-Seminar Latein hat sich für seinen Besuch in der Grundschule die römischen Essgewohnheiten als eine Station ausgesucht. Somit war der Kochnachmittag für beide Schülergruppen interessant. Die Zutaten und Rezepte aus der antiken Küche wurden von den beiden Fachleuten mitgebracht, die alles zuvor bereits mehrfach ausprobiert und ein wenig an unser Geschmacksempfinden angepasst hatten.
Manche Zutaten gibt es bei uns heute nicht mehr zu kaufen, so z.B. die bei den Römern sehr beliebte Fischsoße garum. Deshalb wird sie in der heutigen Küche durch Sojasoße oder moderne Fischsoße ersetzt. Auch gibt es bei den Rezepten, die der römische Gourmet Apicius in seinem antiken Kochbuch aufgeschrieben hat, keinerlei Mengenangaben. Diese haben Frau Leipold und Herr Waldherr nach vielfältigen Tests in der heimischen Küche festgelegt. Nach einer allgemeinen Einführung über die römischen Essgewohnheiten, Zutaten und Tischsitten folgte der praktische Teil. An verschiedenen Kocheinheiten wurde geschnippelt und gerührt, gemörsert und gekocht. Jede Gruppe hatte ein bis zwei Rezepte, die sie zubereiten sollte. So entstand nach ca. 90 min Arbeit ein ansehnliches Buffet aus verschiedenen Vor-, Haupt- und Nachspeisen, das im Anschluss gemeinsam verzehrt wurde – allerdings nicht im Liegen und mit den Fingern, wie bei den Römern, sondern am Tisch sitzend und mit Messer und Gabel. Und obwohl der eine oder andere anfänglich skeptisch war, stellten am Ende doch alle fest – das meiste schmeckt!
Petra Todt