
Der Arbeitskreis Demokratie bekam mit seiner Lehrerin Michaela Mallmann am 2. Oktober 2019 auf eine Einladung des CSU-Ortsverbandes Kelheim hin die Möglichkeit, am alljährlichen Festakt zum Tag der Deutschen Einheit im Deutschen Hof in Kelheim teilzunehmen.
So warteten rund 20 Schülerinnen und Schüler samt Lehrerin ab 19 Uhr auf das Eintreffen des Bürgermeisters Horst Hartmann, des Landrats Martin Neumeyer und des ehemaligen Ministerpräsidenten Dr. Edmund Stoiber, das sich durch die gleichzeitige Eröffnung der Kulturtage auf der Befreiungshalle verzögert hatte. Die Ankunft des Ehrengastes wurde von einem lauten Applaus der ca. 100 anwesenden Gäste begleitet.
Zunächst begrüßte die Ortsverein-Vorsitzende Johanna Frischeisen die Festaktteilnehmer. Sie sprach über das dreißigjährige Jubiläum der friedlichen Revolution von 1989, die den Mauerfall am 9. November 1989, einen „Glücksmoment der Geschichte“, einläutete. Darauf folgten interessante und gleichzeitig kurzweilige Begrüßungsworte. Landrat Martin Neumeyer zitierte einen Artikel der mitgebrachten „Bild“-Zeitung zum Mauerfall. Die Begriffe „Einigkeit und Recht und Freiheit“ der dritten Strophe der Nationalhymne fassen die essentiellen Grundelemente unserer Demokratie zusammen. Der Bürgermeister und Hausherr des Deutschen Hofes, Horst Hartmann, hob launig hervor, dass Dr. Stoiber dem Oktoberfest den Rücken zugekehrt hat, um an diesem Abend in Kelheim sein zu können. Es sei wichtig, dass Edmund Stoiber zum Mauerfall als Zeitzeuge spreche. Deutschland bleibe mit der Wiedervereinigung ein Beispiel für Länder, in denen Mauern stehen oder augenblicklich aufgebaut werden.
Nach einer kurzen musikalischen Untermalung durch das Holzbläsertrio von der Städtischen Musikschule unter der Leitung von Klaus Neumeier kam es zum Höhepunkt des Abends: Der Ehrenvorsitzende der CSU und ehemalige Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber hielt seine Rede zu Ehren des Tages der Deutschen Einheit. Die Nationalhymne wurde erst durch die Wiedervereinigung Deutschlands vollendet, so Dr. Stoiber. Mit dem Fall der Mauer setzte schließlich auch die Wiedervereinigung Europas ein, das durch den Kalten Krieg in zwei Blöcke geteilt war. Als Zeitzeuge und Mitgestalter der Geschichte ließ er die Zuhörer an den dramatischen Folgen der Teilung Deutschlands teilhaben. Er schilderte anschaulich die Schwierigkeiten, die die Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland mit sich brachte. Der real existierende Sozialismus war pleite und die Menschen, die im Kollektiv aufgewachsen waren, mussten sich in einem neuen freiheitlichen System zurechtfinden. Nur 42 Prozent der Befragten in Ostdeutschland seien laut der aktuellen Allensbach-Studie überzeugte Demokraten, in Westdeutschland immerhin 77 Prozent. Dr. Stoiber betonte, dass wir viel erreicht, aber auch noch einiges in Bezug auf die Wiedervereinigung vor uns hätten. Der Weg wird sich lohnen, so der ehemalige Ministerpräsident Bayerns. Er lobte das heutige Deutschland und insbesondere Bayern für seine florierende Wirtschaft, wobei er Bezug darauf nahm, dass man in Zukunft unbedingt verstärkt in neue Technologien investieren müsse.
Zu guter Letzt stellten die Vertreter des Arbeitskreises Demokratie vom Donau-Gymnasium das Planspiel „Du entscheidest!“ vor, das in Kooperation mit dem Stadtmuseum Abensberg entsteht. Die Kommunalpolitik steht dabei im Fokus des Spiels. Es wird eine Stadtratssitzung simuliert, um Entscheidungsprozesse auf kommunaler Ebene verständlich zu machen und den Kompromiss als wesentlichen Bestandteil unserer Demokratie in den Köpfen der Spieler zu etablieren. Das Ziel ist, die politische Bildung an allen interessierten Schulen mithilfe einer kostenfreien Online-Version des Spiels zu ermöglichen. Damit will der Arbeitskreis zur Förderung des Demokratieverständnisses auf kommunalpolitischer Ebene beitragen.
Frau Frischeisen betonte abschließend, wie wichtig dieses Engagement sei, denn die Zukunft läge in den Händen der Jugend, und erntete damit die Zustimmung der Anwesenden.
Zum Ausklang der gelungenen Veranstaltung fand ein Stehempfang statt, welcher die Möglichkeit bot, interessante Gespräche mit verschiedenen Politikern zu führen und dabei Fragen zum Planspiel zu beantworten. Die nächsten Schritte für das Projekt am Donau-Gymnasium, welche über die kommunalpolitische Ebene hinausgehen sollen, konnten so angebahnt werden. Damit ging für den Arbeitskreis ein unglaublich spannender Abend gewinnbringend zu Ende, der den Teilnehmern unvergesslich bleiben wird. Herzlichen Dank an den Veranstalter, der dem Arbeitskreis die Teilnahme ermöglicht hat!
Lea Neumaier Q 11 und Michaela Mallmann für den Arbeitskreis Demokratie