Helena Hointza mit dem Nachwuchsförderpreis ausgezeichnet!

von links: Nina Kunze, Prof. Jörg Trempler, Prof. Franz-Reiner Erkens, Vreni Dangl mit Xaver, Helena Hointza, Michaela Mallmann, Dr. Helmut Böhm, Prof. Martin Hille und Anton Buchmüller. (Foto:  Toni Scholz)

Am 27. November verlieh der Verein für Ostbairische Heimatforschung auf seiner Jahreshauptversammlung an der Universität in Passau den Nachwuchsförderpreis an junge Historiker. Gewürdigt wurden  herausragende Arbeiten mit geisteswissenschaftlichen Themen und regionalem Schwerpunkt. Helena Hointza vom Donau-Gymnasium Kelheim wurde für ihre W-Seminbararbeit ausgezeichnet.

Vreni Dangl, die bei Prof. Franz-Reiner Erkens an der Universität Passau in Mittelalterlicher Geschichte über „Gottfried von Weißeneck, Bischof von Passau (1342-1362)“ promovierte, wurde für ihre Doktorarbeit ausgezeichnet.  Anton Buchmüller wurde für seine Masterarbeit gewürdigt. Er legte bei Prof. Martin Hille an der Universität Passau in Neuerer und Neuester Geschichte eine sehr gut bewertete Masterarbeit zum Hochstift Passau im Zeitalter der Aufklärung vor. Für ihre Bachelorarbeit zur Burgkapelle St. Georg in der Veste Oberhaus wurde Nina Kunze ausgezeichnet, die bei Prof. Jörg Trempler an der Universität Passau im Fach Kunstgeschichte/Bildwissenschaften angefertigt wurde.

Die Arbeit von Helena Hointza „Emil Ott- Eine Kindheit unter dem Hakenkreuz?“ aus dem W-Seminar „Spurensucher unterwegs: Geschichte vor Ort entdecken!“ betreut von der Lehrerin Michaela Mallmann am Donau-Gymnasium Kelheim wurde mit dem Nachwuchsförderpreis für die beste Arbeit an der Schule ausgezeichnet. Sie befasst sich persönlich, konkret und unmittelbar mit der Kindheit eines sehr aktiven Zeitzeugen, der lebhaft am gesellschaftspolitischen Geschehen seiner Heimatstadt Kelheim teilnimmt.

Die Schülerin Helena Hointza beantwortet mit ihrer Seminararbeit die Frage, ob und inwiefern es in Kelheim und in der Region möglich war, sich als Kind dem totalen Zugriff der Nationalsozialisten zu entziehen, ein Leben zu führen, das deutlich über Hakenkreuz und Hitlerjugend hinausging. Gelungen ist der Einstieg mit dem Zitat von Erika Mann, die postuliert, dass Hitler sich das Leben aller Kinder voll und ganz genommen hat. Im Folgenden wird diese These Schritt für Schritt widerlegt. Helena Hointza bezieht sich in ihren Ausführungen auf den historischen Kontext, sodass es ihr gelingt, das Leben Emil Otts in seinen unterschiedlichen persönlichen Schattierungen zur Zeit des Nationalsozialismus zu schildern. Die Spurensuche vor Ort führt zu einer berührenden und trotzdem sachlichen Darstellung der geschichtlichen Ereignisse, die gerade für die Schülerinnen und Schüler in der Region einen neuen Zugang zum Nationalsozialismus bedeutet. Zusätzlich werden die Grundbedingungen eruiert, die es der Familie Ott erlaubt haben, sich dem Leben unter dem Hakenkreuz in wichtigen Lebensbereichen zu entziehen und sich ein Leben fernab der nationalsozialistischen Ideologie im Familiären, gleichsam im passiven Widerstand zu bewahren. Die W-Seminararbeit verdeutlicht, wie wichtig es ist, die letzten noch lebenden Zeitzeugen in der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus selbst zu Wort kommen zu lassen.

Emil Ott zu Gast als Zeitzeuge im W-Seminar „Spurensucher vor Ort“ (Foto: Michaela Mallmann)

Auf diese Weise gelingt die historische Aufarbeitung des Nationalsozialismus auf regionaler Ebene. Das Lernen aus dem dunklen Kapitel der deutschen Geschichte wird für nachfolgende Generationen vor Ort konkret, persönlich, unmittelbar und damit nachhaltig möglich sein.

Michaela Mallmann