Schülerin las aus eigenem Buch zum Bundesweiten Vorlesetag

Die meisten Erwachsenen kennen es noch aus ihrer Kinderzeit. Als die Eltern mit einem Buch in der Hand kamen, hat man es sich rasch gemütlich gemacht: auf der Eckbank, der Couch oder im Bett. Als Kind war man gespannt auf die Geschichte, die man zu hören bekommen würde. „Vorgelesen bekommen macht Spaß, fördert aber auch das Gedächtnis, die Konzentration und Kreativität der Kinder enorm“, sagt Schulbibliotheksleiter Jürgen Frömberg.

Tutorinnen lasen für alle 5. und 6. Klässler

Damals gab es ihn noch nicht, den bundesweiten Vorlesetag. Am Donau-Gymnasium Kelheim konnten ihn am vergangenen Freitag alle Schüler der fünften und sechsten Klassen live erleben. Die Leiterin der Fachschaft Deutsch, Ulrike Eckert, hat die Tutorinnen und Tutoren von Unterstufenbetreuerin Petra Todt gewonnen den Jüngeren aus ihren Lieblingsbüchern vorzulesen. Die Schulbibliothek öffnete dazu die Pforten ganz weit und Jürgen Frömberg funktionierte diese in eine gemütliche Zuhörer-Arena um.

Absolutes Highlight für eine Gruppe war, dass eine nur drei Jahre ältere Schülerin, Jiovanna Kipper, aus ihrem eigenen Buch „Das Märcheninternat“ vorlas. Viele Fragen schlossen sich an, sodass zum Stundengong sogar abgebrochen werden musste. Begleitet wurde sie von Tutorin Miriam Mallmann, die aus der belieben Jugendbuchserie „Die drei ???“ aus dem Band „Der Fluch des Drachen“ vorlas.

Aber auch aus klassischen und zeitgenössischen Büchern wurde rezitiert: Wer kennt sie nicht, die berühmte Geschichte von Michael Ende, in der die grauen Herren Momo die Zeit stehlen? Gelesen wurden spannende Passagen von Julia Dakovic, Paula Kiefmann und Katharina Zellner.

Aus dem sagenhaften Welterfolg „Harry Potter  und der Stein des Weisen“ trugen Lena Weißgerber, Alina Völkl und Antonia Stierstorfer einige mitreißende Passagen vor. Natürlich waren einige Schülerinnen und Schüler dabei, die nicht nur diesen Band schon kannten. Bei der nächsten Gruppe  durfte man sich fragen: Ist das Literatur, das „Tagebuch eines Möchtegernversagers“? „Aber ja, erfolgreich witzig und spannend“, meint Bibliotheksleiter Jürgen Frömberg. „Nicht nur der klassische Weg zum Buch ist der einzig wahre!“

Den Abschluss machten Magdalena Pindl, Amelie Schwarz und Shushanth Sriram mit dem Buch „Der Bund der Schattenläufer“, einer phantastischen Geschichte von Zack Loran Clark. So kamen über 200 Kinder in den Genuss von Literatur als Hörer, haben ihre Phantasie erweitern können und werden vielleicht selbst zu begeisterten Leserinnen und Lesern. „Dem eigenen Schüleraufsatz schadet das sicher nicht“, meint der Schulbibliotheksleiter. „Lesen und Zuhören, das sind enorm wichtige Kompetenzen, vor allem im digitalen Zeitalter“, ist sich Jürgen Frömberg sicher.

Tutorinnen lasen für alle Fünft- und Sechstklässler